Tierschutzlabel

Das neue Tierschutzlabel

Es ist ja schon toll, das neue Tierschutzlabel, welches seit rund 2 Wochen unser Fleisch in den Supermärkten ziert. Abgestuft in zwei Klassen, ein Sternchen für die Einstiegsstufe und zwei Sternchen für die Premiumstufe. Momentan gibt es das Kleberchen für Schweine- und Hühnerfleisch.

Ist jetzt etwa alles gut? Wie sehen die Kriterien aus, für welches das hellblaue Label uns die Qual der Wahl lässt ? Blickt der normale Verbraucher überhaupt noch durch? Für welchen Qualitätsstandard wird er sich entscheiden? Immerhin sind ja beide Standards nach den Richtlinien des Deutschen Tierschutzbundes zertifiziert. Somit reicht ja bestimmt die Einstiegsstufe, wird billiger sein und ich habe aktiv was zum Wohl des Tieres beigetragen.

Tierschutzlabel

Wenn ich nur lese, dass nun das Kürzen der Schwänze verboten ist, immerhin aber mit einer Übergangsfrist von 2 Jahren. Was soll denn das? Es war und ist doch schon schlimm genug, dass dies ohne Narkose durchgeführt wurde und wird. Warum jetzt eine Übergangsfrist? Auch die Kastration ist bei diesem Label nun nicht mehr ohne Narkose erlaubt, anschließend sind Schmerzmittel zu verabreichen. Ist das nicht eigentlich die Pflicht der Menschen, es generell nur mit einer Narkose durchzuführen? Wenn es doch seither gar nicht weh getan hat, warum sind dann jetzt Schmerzmittel vorgeschrieben? Die Tiere sollen nun auch nicht mehr als 4 Stunden transportiert werden. Auch fordert das Tierschutzlabel Kontrollen in den Schlachthöfen, eine ausreichende Betäubung muss gewährleistet sind. Warum ist das nicht ein genereller Standard im Schlachthaus? Muss das sein, dass die Tiere oftmals bei vollem Bewusstsein geschlachtet werden?

Aber heilige Bauernhofidylle, selbst die Firma Wiesenhof hat sich jetzt mit ihren Privathöfen dem neuen Tierschutzlabel verschrieben. Das ist doch schon mal was, wenn es wenigstens ein paar Hühnern um ein oder zwei Sternchen besser geht. Der Rest wird weiterhin gehalten und vermarktet wie bisher!

Generell ist die Idee, bessere Bedingungen für die Tiere zu schaffen und mit einem zertifizierten Label zu kennzeichnen, nicht schlecht. Aber ich glaube auch, dass die Verbraucher hierzu nicht richtig aufgeklärt sind und des Preises wegen lieber zu dem Einsteigerlabel greifen werden. Vielleicht denken manchen auch, wozu noch Bio-Fleisch, wenn doch auch in der Massentierhaltung jetzt alles geregelt ist.

Es macht mich einfach traurig und nachdenklich, dass man separate Bedingungen schaffen muss über Dinge, die doch eigentlich “normal” sein sollten. Auch Tiere sind Lebewesen, welche ein Anrecht auf ein schönes Leben und den nötigen Respekt beim Tod haben sollten.

Vermutlich ist der einzige richtige Weg wirklich ein veganes Leben, aber ich schaffe es momentan leider auch nicht.

Wie findet ihr das neue Tierschutzlabel? Wo kauft ihr euer Fleisch?

Kommentare (3) Schreibe einen Kommentar

  1. Das finde ich wirklich gut das Label, wenn das dann auch später 100% zustimmt.
    Ich kaufe am liebsten bei meinem Schlachter, der selber die Tiere kauft und schlachtet. Aber leider ist das nicht immer möglich. da kaufe ich dann auch mal wo anders was ein.

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    • Hm, so wirklich begeistert bin ich davon ehrlich gesagt nicht. Aus all den Gründen die oben im Artikel schon genannt wurden. Ein Label, das Tierleid in Kategorien presst und den Verbraucher zu einem vorgetäuschten guten Gewissen animiert, kann ich nicht wirklich gutheißen. Da sträuben sich mir eher die Nackenhaare. Für mich ist das Augenwischerei übelster Sorte, welche nur dazu dienen soll den Verbraucher auf fadenscheinige Weise zu beruhigen. Und ich wette dass da auch ein gewaltiger Lobbyismus betrieben wird. Der “Trend” geht ja schon irgendwie in Richtung “Bewusstes Leben und Einkaufen”, meiner Ansicht nach wird da einfach nur auf das Pferd aufgesprungen, ohne wirklich etwas bewirken zu wollen. Es ist augenwischende Ruhigstellung, damit bloß niemand mehr darüber nachdenkt was eigentlich hinter der Fassade solcher Produkte los ist. Nein danke. Kein Bedarf.

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  2. Zunächst: dein Bericht ist top! Und den habe ich auch eigentlich nichts mehr hinzuzufügen! ;) Eine Sache wäre da aber doch noch. Ich selbst ernähre mich ja nun seit längerem vegan und versuche auch stets vegan zu leben. Sicher, in den ersten Wochen, bis man heraus hat wo es was gibt und bis man Routine in der Küche hat, dauert es. Das ist so wenn man sich entscheidet sich vegetarisch zu ernähren und wenn die Entscheidung zum Veganismus fällt erst recht. Auch ich informiere mich derzeit noch ständig was wirklich vegan ist und was nur so aussieht. Klar, das macht im ersten Moment Arbeit. Aber nach einigen Wochen ist das vorbei. Und den Tieren hilft das von Anfang an. Mir ist es auch ehrlich gesagt mittlerweile im wahrsten Wortsinn “wurscht” ob tierische Produkte vom Bio-Bauern oder aus der Massentierhaltung kommen. Tierleid ist Tierleid. Wie will man das abstufen? Klar, ich verstehe dich schon, aber leider nicht genau was du mit der Bemerkung “.. ich schaffe es momentan leider … nicht” meinst? Geht es um die Zeit dich damit zu befassen oder geht es ums Geld? Bei letzterem Punkt kann ich jedenfalls alle beruhigen. Es ist nicht wesentlich teurer als mein Leben vorher. Denn die Produktpalette ist unglaublich vielfältig und somit auch kostengünstiger geworden. Meine “Milch” kostet beispielsweise nur einige Cents mehr als tierische Milch. Ich finde es aber sehr, sehr gut dass du dir Gedanken machst. Dein Bericht ist von Gedanken zur Materie nahezu durchdrungen und ich zolle dir echt Respekt dass du das auch so rüber bringen konntest. Menschen wie dich müsste es viel mehr geben, dann wäre die Welt wirklich eine bessere, weil die Menschheit endlich ein Bewusstsein für andere Lebewesen außer sich selbst hätte!

    LG Llil

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